Maßstab
Hier soll ein Überblick über die gebräuchlichen Größen der Rennbahnen gegeben werden. Im Prinzip können heutzutage 4 Baugrößen unterschieden werden: 1/24, 1/32, 1/43 und H0. Die drei ersten sind eigentlich Bezeichnungen für einen Maßstab, bei dem 1 mm im Modell 24 mm (respektive 32 oder 48 mm) in der Wirklichkeit entspricht. Die Grösse 1/24 wird kommerziell lediglich von Carrera (Universal) gefertigt, und ist sonst nur in den USA bei offiziellen Rennveranstaltungen interessant.
1/32 sind die heute üblichen Rennbahnen, wie sie z.B. von Carrera, Scalextric oder Ninco produziert werden.
1/43 ist eine Größe, die seltener in Erscheinung tritt. Meist kommt sie bei Herstellern aus Fernost vor, die in erster Linie Komplettsysteme verkaufen, ohne dass die Käufer mit Zubehörteilen Rennanlagen mit größeren Abmessungen aufbauen können. Beispielsweise gibt es von Artin diverse Bahnen in 1/43 sowie eine funkferngesteuerte Rennbahn von Nikko. Nicht unerwähnt bleiben soll auch hier der Hersteller Carrera: Nach der Entwicklung des Servosystems 160 wurde die Technologie auch als Servo 140 mit einem 1/4x Maßstab produziert.
Die kleinsten, aber trotzdem schnellsten Renner werden üblicherweise als H0 beschrieben, auch wenn das eigentlich nicht zutrifft. H0 (H Null) beschreibt den Maßstab 1/87, wobei die heutigen Fahrzeuge durchweg in ca. 1/64 gefertigt werden. Sowohl Playcraft Ende der 50er als auch im Anschluss Aurora mit ihren Vibrators und ThunderJets hielten sich noch an den (in Englang gebräuchlichen) 00-Gauge Maßstab 1/76. Danach wurden die Modelle noch größer. Bessere Detailtreue und mehr Spielraum bei den Motoren waren die Gründe.
Da wir uns im Wesentlichen mit den 'kleinsten' Rennern beschäftigen, kommt für die ganz Interessierten hier ein etwas weitreichenderer Ausflug in die Geschichte der Maßstäbe und der Modelleisenbahnen.
Da es lange vor den Rennbahnen das Spielzeug Modelleisenbahn gab, wurde schon früh über eine Vereinheitlichung der Größen nachgedacht. Grundlage war hierbei nicht der eigentliche Maßstab, sondern das Abstandsverhältnis der Schienen vom Original zum Modell. Um sich nicht mit irgendwelchen mathematischen Brüchen herumschlagen zu müssen, wurden Abkürzungen eingeführt, welche das Verhältnis beschrieben: G, 0, S, 00 oder H0, nur um einige zu nennen. Beschrieben war damit aber lediglich der Abstand der Schienen im Modell, ein einheitlicher Maßstab der Eisenbahnen war nicht erreicht.
Hierin liegt genau genommen auch der Unterschied zwischen den Bezeichnungssystemen: wenn bei der Beschreibung durch einen Maßstab üblicherweise angenommen wird, dass alle Abmessungen maßstäblich abgebildet werden, bezieht sich die Nomenklatur der Modelleisenbahner als einziges Maß auf den Abstand der Schienen zueinander. Folgende Tabelle bietet eine Übersicht der Eisenbahnbezeichnungen zu den dazugehörigen Maßstäben:
| Bezeichnung | Schienenabstand | Maßstab |
| G | 1 3/4" | 1/32 - 1/29 |
| 0 | 1 1/4" | 1/48 (1/43.5 in GB) |
| S | 7/8" | 1/64 |
| 00 (US) | 3/4" | 1/76 |
| H0 | 5/8" | 1/87 |
Zurück zu den Rennbahnen. In der Tabelle wird leicht ersichtlich, warum die Bezeichnungen der Rennbahnen mit H0 eigentlich nicht stimmen. Die erste Entwicklung der H0 Rennbahnen, die von Playcraft in England (und später von Aurora/USA) produziert wurden, waren dem Eisenbahnmaßstab 00 angepasst und damit annähernd im Maßstab 1/76 gefertigt. Vergleicht man diese Fahrzeuge mit denen späterer Generationen, muss man feststellen, dass die Fahrzeuge von Playcraft/Aurora die kleinsten je gebauten sind, und die sind schon größer als H0 eigentlich ist. In den 60er Jahren geht der Maßstab bei allen Herstellern schon weiter in Richtung 1/70, wohl auch deswegen, weil die Antriebstechnik kleinere Motoren nicht ermöglichte. TYCO war mit den TycoPro Fahrzeugen dann einer der ersten Hersteller, der sich deutlich der 1/64er-Marke näherte.

Bild: Aurora Vibrator 300 SL, Lionel 300 SL, Minic Aston Martin, Marchon Firebird
Dieser Maßstab war zu dieser Zeit auch schon bei den Metall-Spielzeugautos eingeführt. Der schleichende Abgang vom ursprünglich gedachten H0 war ja auch nicht weiter schlimm, da die Rennbahnen schon lange nicht mehr als Zubehör der Modelleisenbahnen gedacht waren, sondern sich zu einem eigenständigen Produktzweig gemausert hatten. Lediglich die Bezeichnung H0 hat alle Neuerungen bis zum heutigen Tag überdauert.



